{"id":29,"date":"2020-11-24T18:44:54","date_gmt":"2020-11-24T17:44:54","guid":{"rendered":"http:\/\/fmhi.de\/wordpress\/?page_id=29"},"modified":"2021-10-01T19:26:12","modified_gmt":"2021-10-01T17:26:12","slug":"das-logenhaus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/das-logenhaus\/","title":{"rendered":"Das Logenhaus"},"content":{"rendered":"\n<p>Die ehemalige Dompropstei gilt als das sch\u00f6nste Fachwerkhaus Hildesheims aus dem 18. Jahrhundert. Heute beherbergt das Haus die Freimaurerloge \u201ePforte zum Tempel des Lichts&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zwischen 1534 und 1540 errichtete Wohn- und Repr\u00e4sentationsgeb\u00e4ude des Dompropstes Graf Otto von Schaumburg hatte bereits bis zum Erwerb durch die Freimaurerloge 1804 eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 1633 versank es bei der Belagerung durch die kaiserlichen Truppen unter Pappenheim infolge Artilleriebeschu\u00df im Flammenmeer. Die f\u00fcr die Dienerschaft errichteten Tor- und Stallungsgeb\u00e4ude an der Ke\u00dflerstra\u00dfe gingen aus dem Brand jedoch unbesch\u00e4digt hervor.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Propsteigeb\u00e4ude wurde erst nach dem Kriege 1663 auf den alten Grundmauern, weit pr\u00e4chtiger, wieder aufgebaut. Obwohl schon baugeschichtlich dem Barock zuzuordnen, ist das Konstruktionssystem dem alten, gotischen, \u00e4hnlich geblieben. Die Knaggen sind jedoch verschwunden und die Auskragungen geringer. Das Zwischengescho\u00df ist nicht vorhanden. Auf geschnitzte F\u00fcllbretter wurde ebenfalls verzichtet. Das Fachwerk ist auf einem Sandsteinsockel aufgesetzt. Die Fassade wurde durch ein \u201eneues&#8220; Stilelement, \u2014 sich mehrfach \u00fcberschneidende Andreaskreuze \u2014, aufgewertet. Geblieben ist das gute Proportionsverh\u00e4ltnis zwischen dem Unterbau und dem mit Pfannen gedeckten Dach.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"http:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/aufgang-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/aufgang-1-1024x721.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-213\" width=\"454\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/aufgang-1-1024x721.jpg 1024w, https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/aufgang-1-300x211.jpg 300w, https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/aufgang-1-768x541.jpg 768w, https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/aufgang-1.jpg 1524w\" sizes=\"auto, (max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/><\/a><figcaption>Zeichnung des symmetrischen Au\u00dfenaufgangs<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Durch die S\u00e4kularisation wurde das Grundst\u00fcck an den Kaufmann Kr\u00fcper verkauft, der es wiederum an den Grafen von Wedel, dem damaligen Meister vom Stuhl der Loge \u201eZum stillen Tempel&#8220;, weiterver\u00e4u\u00dferte.Die urspr\u00fcnglich dreib\u00fcndige Hausanlage mit einem ca. 6 m breiten gro\u00dfz\u00fcgigen, zweil\u00e4ufigen Treppenhaus hatte am West- und Ostgiebel jeweils einen Barocksaal (von denen nur noch der \u00f6stliche in der alten Form und Fassung erhalten ist). \u00dcber den Saalbauten befanden sich im Obergescho\u00df die Repr\u00e4sentations- und Wohnr\u00e4ume des Dompropstes. Mit dem Erwerb des Hauses durch die Freimaurerloge vollzog sich durch st\u00e4ndige Umbauten ein v\u00f6lliger Wandel im Inneren des Hauses<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen 1805 und 1806&nbsp;erfolgte ein Umbau f\u00fcr \u201e68 Aktien zu 25 Taler in Gold&#8220;, der von der gro\u00dfz\u00fcgigen inneren Konzeption des Hauses lediglich den auf der \u00f6stlichen Seite befindlichen Barocksaal \u00fcbriglie\u00df. Die vormals zweischw\u00fcngige Treppenanlage wurde so abge\u00e4ndert, da\u00df nur der linke Treppenlauf zum Obergescho\u00df erhalten blieb, und die urspr\u00fcngliche, von der Wallseite ins Obergescho\u00df f\u00fchrende Treppe nunmehr von der Hofseite begehbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vom Stadtarchitekten A. C. Gothe entwickelten drei Treppenhausvarianten sind mit einer Variante im beigef\u00fcgten Schnitt in ehemaliger Konstruktion und Laufrichtung dargestellt.<br>Der am Westgiebel gelegene Barocksaal wurde durch das Einziehen einer Zwischendecke aufgel\u00f6st, um f\u00fcr den Kastellan Wohnraum zu schaffen. Die Einweihung des neuen Tempelraumes fand am 5. Oktober 1805 statt. Die ausreichende H\u00f6he im Erdgescho\u00df konnte nur dadurch sichergestellt werden, da\u00df am linken Treppenlauf zus\u00e4tzlich vier Differenzstufen eingebaut wurden. Trotzdem ist innerhalb der Wohnung des Kastellans zwischen den wallseitig und den hofseitig gelegenen R\u00e4umen noch ein H\u00f6henunterschied von 22 cm vorhanden.<br>Das Haus in der Ke\u00dflerstra\u00dfe wurde nicht nur von der Loge \u201eZum stillen Tempel&#8220; genutzt, sondern auch von der Loge \u201ePforte zum Tempel des Lichts&#8220;, nachdem deren Unterkunft in dem Haus der \u201eReuterschen Weinhandlung&#8220; abgebrannt war.<br><br>Durch die st\u00e4rkere Nutzung der R\u00e4ume vereinbarten beide Logen 1822, an der Westseite einen etwa 100 qm gro\u00dfen Anbau in der gesamten H\u00f6he des Hauses aufzuf\u00fchren.<br><br>Bereits 1861 fanden wiederum innerhalb des Hauses Umbauarbeiten statt. Die hofseitig gelegenen R\u00e4ume im Obergescho\u00df wurden durch den Abbruch der Zwischenw\u00e4nde zu einem gro\u00dfen Saal vereinigt. Nach den, nur in Fragmenten vorliegenden zeichnerischen Unterlagen, wurde auch zu diesem Zeitpunkt ein innerer Zugang zu dem gro\u00dfen Gew\u00f6lbekeller des Hauses hergestellt. Dieser Gew\u00f6lbekeller hatte als einziger Geb\u00e4udeteil den gro\u00dfen Brand von 1633 \u00fcberstanden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Logenkeller.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"525\" height=\"246\" src=\"http:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Logenkeller.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-214\" srcset=\"https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Logenkeller.jpg 525w, https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Logenkeller-300x141.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/a><figcaption>Das Kellergew\u00f6lbe diente im 2. Weltkrieg als provisorischer Bunker<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>1922 wurden im Zwischengescho\u00df eine Damengarderobe mit WC-Anlage und Herrenumkleider\u00e4ume geschaffen. Die im Jahre 1936 erfolgte \u00dcbernahme des gesamten Grundst\u00fcckes durch den NS-Luftschutzbund zog keine baulichen Ver\u00e4nderungen nach sich. Das heute unter Denkmalschutz stehende Geb\u00e4ude wurde 1947 der Loge zur\u00fcckgegeben.<br><br>Obwohl die Loge ihre Archivalien vom Geheimen Preu\u00dfischen Staatsarchiv zur\u00fcckerhielt, befinden sich dort ebensowenig wie im Nieders\u00e4chsischen Staatsarchiv in Pattensen, Bestands- oder Umbaupl\u00e4ne. Weder das Stadtarchiv noch das Bauaufsichtsamt Hildesheim verf\u00fcgen \u00fcber Pl\u00e4ne innerer Umbauten. Ebensowenig waren im Di\u00f6zesan-Archiv oder im Museum Pl\u00e4ne \u00fcber den vorhandenen Geb\u00e4udebestand zu erhalten.<br>Das Bauaufsichtsamt der Stadt Hildesheim verf\u00fcgt lediglich \u00fcber einige, aus dem Jahr 1922 datierte Umbaupl\u00e4ne des Zwischengeschosses. Die letzten Umbauarbeiten fanden 1995\/96 statt.<br><br>Die Zusammenfassung der Bauarbeiten im Logengeb\u00e4ude war nur aus den wenigen Aufzeichnungen des Stadtarchitekten A. C. Gothe und des Malermeisters August Stein m\u00f6glich. Sie verm\u00f6gen nicht die Baugeschichte des Hauses ersch\u00f6pfend zu dokumentieren. Offene Fragen sind zur Zeit noch: Wie erreichte man den Gew\u00f6lbekeller vor 1861 vom Hof aus, und wo befand sich in den Repr\u00e4sentationsr\u00e4umen des Dompropstes der Aufgang zum Dachboden? Da\u00df der Bodenraum genutzt wurde, beweist noch die vorhandene Seilrolle.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/fmhi.de\/wordpress\">Zur\u00fcck<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ehemalige Dompropstei gilt als das sch\u00f6nste Fachwerkhaus Hildesheims aus dem 18. Jahrhundert. Heute beherbergt das Haus die Freimaurerloge \u201ePforte zum Tempel des Lichts&#8220;. Das zwischen 1534 und 1540 errichtete Wohn- und Repr\u00e4sentationsgeb\u00e4ude des Dompropstes Graf Otto von Schaumburg hatte bereits bis zum Erwerb durch die Freimaurerloge 1804 eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 1633 versank [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":171,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-29","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/29","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/29\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":215,"href":"https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/29\/revisions\/215"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/171"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fmhi.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}